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Vortrag zum Thema „Erforschung frühkindlicher Hirnschädigung: Wahrnehmung und Motorik“ an der Freien Schule Anne-Sophie

Künzelsau. Auf Initiative von Carmen Würth lud die Gemeinnützige Stiftung Würth am  Mittwoch, den 9.11.2011 zu einem Vortrag zum Thema „Erforschung frühkindlicher Hirnschädigung: Wahrnehmung und Motorik“ von Prof. Dr. Renée Lampe ein. Die Orthopädin mit Lehrstuhl an der TU München ist leitende ärztliche Direktorin am Integrationszentrum für Cerebralparese (ICP-Einrichtung). Die infantile Cerebralparese ist ein Symptomenkomplex als Folge einer frühkindlichen Hirnschädigung, der oft durch Sauerstoffmangel im Umkreis der Geburt verursacht wird. Folgen sind u.a. Bewegungs-, Sprach- und Wahrnehmungsstörungen.

Carmen Würth, die sich engagiert für Behinderte einsetzt, stellte ihr Grußwort zum Vortrag an der Freien Schule Anne-Sophie unter das Motto des deutschen Dichters Novalis: „Das Herz ist der Schlüssel der Welt und des Lebens.“ Vor allem die Musiktherapie an der ICPEinrichtung findet sie interessant, da sie persönlich mit Musik und Gesang verbunden ist.

Vor einem Publikum aus Fachärzten, Pädagogen und Verantwortlichen in Behinderteneinrichtungen berichtete Prof. Dr. Lampe u.a. über die Ursachen und die Klassifizierung von infantiler Cerebralparese sowie Therapiemöglichkeiten im Bereich Biomechanik und Orthopädie. Außerdem ging sie auf ihr Forschungsprojekt „Musik-Motorik bei neuroorthopädischen Erkrankungen“ ein. Hier wurde bewusst das Klavier als Instrument ausgewählt. „Das Klavier ist besonders geeignet, weil reine Finger- und Handmotorik stattfinden. Außerdem werden die erworbenen Fertigkeiten in die allgemeinen motorischen Fähigkeiten der Hand übertragen“, erklärt Prof. Dr. Lampe und veranschaulicht dies an einem vorgetragenen Klavierstück.

Der Forschungsansatz beschäftigt sich mit der Frage, ob das Klavierspiel die Neuroplastizität des Gehirns verändern und Fähigkeiten durch zusätzliche musikalische Förderung hervorrufen kann.

Also ob eine Rückwirkung aufs Gehirn und damit eine Verbesserung der motorischen Behinderungen der Kinder nachweisbar ist. Beim Forschungsprojekt, das musikpädagogische, orthopädische, neuroorthopädische und neuroradiologische Konzepte kombiniert, werden die Kinder durch Musik gefördert. Dabei wird gleichzeitig beobachtet, wie sich die Motorik, die Wahrnehmung, die Kognition und der Zugriff zum Körper verändert.