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50 Jahre Griechen in Hohenlohe

 

Neue Ausstellung im Künzelsauer Stadtmuseum

Es jährt sich zum 50. Mal, dass griechische Arbeitskräfte nach Hohenlohe geholt wurden. Sie kamen als Fremde, trugen erheblich zum Wohlstand der Region bei und leben mittlerweile freundschaftlich Seite an Seite mit den Hohenlohern. Daran möchten die Wanderausstellung „Biographien – Hintergründe – Visionen. Die Griechen von Hohenlohe“ erinnern, die von 8. Juli bis 8. Oktober 2011 im Stadtmuseum Künzelsau gezeigt wird. Sie wurde von der europäischen Gesellschaft Diaphania zusammengestellt. Die Eröffnung findet am Freitag, den 8. Juli 2011 um 18 Uhr statt. Die Bevölkerung ist herzlich zur Vernissage eingeladen, für deren musikalische Umrahmung Niko Mygdalia sorgt.

Griechen in Hohenlohe – Die Anfänge

Konstantinos Makris war vor rund einem halben Jahrhundert der einzige deutsch sprechende Grieche in Hohenlohe. Er arbeitete bei der Firma Ziehl-Abegg und man stellte ihm dort die Frage: Kannst du mir zwei, drei Dreher aus Griechenland besorgen? Die Antwort dieser Frage hat man im Kochertal und in Hohenlohe schnell verstanden. Über zweitausend griechische Arbeitnehmer haben so den Weg nach Hohenlohe gefunden oder sie sind von den Anwerbefirmen mit dem Bus direkt aus Griechenland nach Hohenlohe gebracht worden. Der als Flüchtling aus Griechenland ausgewanderte Konstantinos Makris wurde zu eine der bekanntesten Personen in der armen Region Pageo und bei den Hohenloher Firmen: Arnold in Forchtenberg, Hornschuch in Weißbach, Bürkert in Ingelfingen sowie Ziehl-Abegg, R. Stahl, Buchbinderei Sigloch und Mustang in Künzelsau.

 

griechische Gastarbeiter in der alten Ziegelei

 

Ausstellung im Stadtmuseum

Im Rahmen der Ausstellung im Stadtmuseum werden Fotos und andere Erinnerungsstücke gezeigt, die an das Leben und die Reisen der Griechen erinnern. Es sind Koffer zu sehen, das aus der Heimat mitgebrachte Brautkleid einer jungen Griechin, Reise-, Arbeits- und Aufenthaltsdokumente und alte Aufnahmen der Gegebenheiten. Fünfzig wichtige Personen, die im Zusammenhang mit der griechischen Migration in Hohenlohe stehen, sind in Porträts wiedergegeben. Das Stadtmuseum ist von Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Rahmenprogramm zum Jubiläumsjahr und zur Ausstellung

Unter der Schirmherrschaft von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann wird dieses Jahr das 50-jährige Jubiläum der Griechen in Hohenlohe gefeiert. Neben der Ausstellung im Stadtmuseum wird auch das Stadtfest dem Ereignis gewidmet sein. Darüber hinaus finden zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen auf die Migration geblickt wird.

Das umfangreiche Begleitprogramm beginnt am Samstag, dem 2. Juli wenn ab 10 Uhr auf dem Unteren Markt ein SommerSamstag mit griechischem Flair gefeiert wird. Griechische Spezialitäten, griechische Musik und der Auftritt einer griechischen Tanzgruppe um 14.30 Uhr sind selbstverständlich dabei.

Das Stadtfest vom 15. bis 17. Juli ist vor allem am Samstag, dem 16. Juli der Erinnerung gewidmet. Von 13 bis 15 Uhr heißt es am Unteren Markt „50 Jahre Griechen in Hohenlohe – Ein Blick zurück mit Tanz und Musik“. Daran schließt sich in der griechischen Kirche um 16 Uhr ein feierlicher Vespergottesdienst mit Brotsegnung an, nach dessen Ende gegen 17 Uhr Erzpriester Antonios Maroussis mit griechisch-byzantinischer Kirchenmusik über „Griechenland und seine Kirche“ berichten wird. Und ab 22 Uhr, wiederum am Unteren Markt lässt die griechische Band FM 4 „abrocken“.

Am Freitag, dem 16. September wird das Mitternachtsshopping in der Künzelsauer Innenstadt bis 24 Uhr durch einen griechischen Grillabend umrahmt.

Im Stadtmuseum findet eine Reihe von Vorträgen statt. Am Mittwoch, dem 20. Juli spricht Dr. Helmut Starrach um 19 Uhr über „Der Ruf des Athos – Erfahrungen und Begegnungen auf dem Heiligen Berg“, in dem er seine persönlichen Erfahrungen mit der Mönchsrepublik an der Ostgrenze Griechenlands Preis gibt. Immigration steht immer auch mit Emigration in Verbindung. So geht Stefan Kraut bei seinem Vortrag am Freitag, dem 2. September um 18 Uhr darauf ein, wohin es die Künzelsauer verschlagen hat. Der Abend steht unter dem Titel „Als Künzelsauer das Weite suchten“. Und am Samstag, dem 24. September um 18 Uhr steht wieder „Griechenland und seine Kirche“ im Mittelpunkt eines Bildvortrags von Erzpriester Antonios Maroussis. Am Montag, dem 3. Oktober ab 18 Uhr heißt es dann „Griechen wissen zu feiern – Tanz, Musik und griechische Spezialitäten“. Am Samstag, dem 8. Oktober um 16 Uhr ist dann die Finissage der Ausstellung „Biographien – Hintergründe – Visionen. Die Griechen von Hohenlohe“.