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Kreisjugendring will 95 000 Euro bewegen

Warum über einen Verein schreiben, den kaum jemand kennt und von dem fast niemand weiß, was er eigentlich macht? DEMOGRAFIE, liebe Leser! Die Altersgruppe der unter 21-jährigen wird bis 2025 um ca. 20% abnehmen. Das bedeutet, dass dem Landkreis der Nachwuchs wegbricht. Wenn es  nunmehr weniger Jugendliche gibt und diese dann auch noch ihren Alltag damit verbringen, in Cyberwelten einzutauchen oder am Bahnhof Dosen zu kicken, – dann: Gute Nacht Hohenlohe!

Einer solchen Entwicklung wirkt der Kreisjugendring entgegen indem er Gelder des Landkreises projektorientiert an Mitgliedsorganisationen ausschüttet, eigene Jugendprojekte (z.B. Mitarbeiterqualifizierung) durchführt und sich als politische Interessenvertretung der Mitgliedsverbände versteht.

Leider ist das Interesse der Mitgliedsorganisationen an der Arbeit des KJR nicht immer groß, sodass die Mitgliederversammlung am.21 März ihre Beschlussfähigkeit nur herstellen konnte indem eine Vetreterin des Akkordeonvereins, der im Nachbarsaal tagte “ausgeliehen” wurde.

Nach der Herstellung der Beschlussfähigkeit stellte ein Vertreter des Bildungsforums das Konzept einer Multiplikatorenschulung vor, welches aufgrund der Ergebnisse einer Längsschnittbefragung der Schulabgänger im Hohenlohekreis entwickelt wurde:

 ( http://www.bildungs-forum-hohenlohekreis.de/2309_DEU_WWW.php?&publish[id]=179373&publish[start]=0)

Danach fehlt 4% der Jugendlichen Unterstützung bezüglich der Berufsorientierung. Die Eltern seien der wichtigste Ratgeber.

Ehrenamtliche in der Jugendarbeit seien daher angesprochen Multiplikatoren oder auch Lotsen für die Berufsorientierung zu sein. Personen, die sich eine solche Lotsenfunktion vorstellen können mögen sich beim www.bildungs-forum-hohenlohekreis.de melden.

Des Weiteren wurde ein beim Kreisjugedring anzusiedelndes Projekt vorgestellt, dass unter Anderem eine Reaktion auf den Alkoholtot eines Jugendlichen aus dem Künzelsauer Wohngebiet “Taläcker” sein soll. Es soll sich um ein selbstbestimmtes Projekt handeln, welches in einer so genannten PEER-Group durchgeführt werden soll. Hier gehe es insbesondere darum, Jugendlichen alternative Lebenskonzepte aufzuzeigen. Schwerpunktzielgruppe sind Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Für die Schulung entsprechender Multiplikatoren ( anscheinend das neue Lieblingswort der Jugendarbeit ) sind Mittel von 34 000 Euro vorgesehen, wobei der Kostenanteil des KJR bei ca. 2000 Euro pro Jahr liegen soll, was im Plenum nicht ganz unumstritten war. Jedenfalls werden seitens der Initiatoren in diesem Sachbereich Versäumnisse des Landkreises gesehen, was die Durchführung des Projektes notwendig mache.

Es folgten die Wahlen des Vorstandes, die nichts Neues brachten. Erste Vorsitzende blieb Hedi Kuhn, Stellvertreter Daniel Febel. Neue Beisitzer für den Vorstand, sowie ein Kassier wurden  nicht gefunden, sodass der Vorstand im Sinne des BGB nicht vollständig besetzt werden konnte. Daniel Febel stellte fest, dass der Vorststand fast ausschließlich aus hauptamtlich in der Jugendarbeit Tätigen bestehe und außerdem vom jeweiligen Lebensalter nicht sein Wunschvorstand sei. Von den ehrenamtlich in der Jugendarbeit Tätigen wollte sich dennoch niemand für ein Amt zur Vergügung stellen (, wohlwissend, dass ob der Aufgaben und des Arbeitspensums, das sich der Verein auferlegt hat, ein Ehrenamtlicher überfordert wäre).

Der Haushaltsplan des KJR ist vom Volumen her wohl der mächtigste, den der Kreisjugendring jemals vorgestellt hat. In den für 2011 geplanten Ausgben in Höhe von 95110 Euro sind 10000 Euro an Projektfördergeldern vorgesehen. 21000 Euro kostet die Geschäftsstelle und 35000 Euro soll die “Multiplikatorenschulung” ausmachen. Der Landkreis fördert den Kreisjugendring jährlich mit ca. 15000 Euro.

Es folgte noch die Vorstellung eines Thesenpapierentwurfes “Jugendarbeit im Hohenlohekreis” welches zu Recht in Erfüllung des Auftrages, auch eine politische Jugendvertretung zu sein, entwickelt wird. Stimmen hierzu gaben zu bedenken, dass der Umfang des Papieres wohl etwas unpraktikabel sein könnte. Andere verwiesen auf ähnliche Papiere ihrer eigenen Vereine, die evtl. mit dem Entwurf in Widerspruch stehen, sodass man sich einigte den Entwurf nochmals im Vorstand zu beraten und ihn einer anderen Mitgliederversammlung zur Verabschiedeung vorzulegen.

Zitat des Abends: “Wenn der Kreisjugendring bekannt macht, was er tut, dann gibt es Akzeptanz”.