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Stadtratsitzung in Künzelsau vom 08.03.11

1. Öffentliche Sitzung des Technischen Ausschusses

Nach Wiedereinführung von Ausschüssen im Gemeinderat der Stadt Künzelsau, wobei diese Ausschüsse lediglich beratende Funktion haben (und kein Beschlussrecht besitzen) und im Übrigen auch öffentlich tagen, fand am 08.03.11 die erste öffentliche Sitzung des Technischen Ausschusses statt.

Auf der Tagesordnung standen die Parksituation im Bereich der Berufsschulen am Schippberg, insbesondere im Bereich der Jahnstraße und Gaisbacher Straße. Denn zunehmend immer mehr Berufsschüler, die auch oft volljährig sind und von weit außerhalb kommen und daher nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr zu den Schulen gelangen, fahren mit dem Auto; deswegen ist die Parksituation in diesen Straßen schwierig und kritisch. Insbesondere im Berufsverkehr morgens und nach Schulschluss mittags kommt es zu erheblichen Rückstauungen und erhebliche Beeinträchtigungen für die Anwohner. Die verschiedenen Möglichkeiten wurden diskutiert, angefangen von der Schaffung eines neuen Parkplatzes neben den Berufsschulen (da die Berufsschulen Kreisschulen sind, wäre hierfür der Landkreis Hohenlohe zuständig; dieser hat derartige Maßnahmen bislang jedoch wegen der Kosten abgelehnt), oder Parkverbote im Bereich Jahnstraße / Gaisbacher Straße.

Nach einer konstruktiven und intensiven Diskussion erhielt die Stadtverwaltung den Auftrag, noch einmal in Verhandlungen mit dem Landratsamt für die Schaffung eines neuen Parkplatzes zu treten und hierbei auch gegebenenfalls eine Kostenbeteiligung der Stadt (wobei die Höhe ausdrücklich offen gelassen wurde) zu sondieren. Ferner gab es eine Beschlussvorlage an den Gemeinderat, eine Ausdehnung der Parkverbotszone im Kurvenbereich Jahnstraße / Gaisbacher Straße, auf der linken Seite talaufwärts, auszusprechen unter Wegfall von etwa zwei bis drei Parkplätzen.

Sodann wurde die Parkplatzsituation in der Hauptstraße besprochen, nämlich vor der Johannes Apotheke. Dort herrscht inzwischen ein absolutes Parkverbot und der Bereich ist auch von Pollern abgegrenzt und kann von parkenden Autos nicht genutzt werden. Insbesondere war hier die Frage, ob dort nicht noch ein Behindertenparkplatz geschaffen werden soll.

Vom Technischen Ausschuss hat die Stadtverwaltung den Auftrag erhalten, anhand der vorhandenen Pläne festzustellen, ob dort auch räumlich ein Parkplatz noch eingerichtet werden kann; insoweit verständigte sich der Technische Ausschuss dahingehend, dass ein Parkplatz in diesem Bereich nur in Fahrtrichtung längs zur Hauptstraße in Frage kommt. Einig war sich der Technische Ausschuss, dass vor allem für Behinderte die Parksituation in diesem Bereich unbefriedigend ist und insoweit durchaus ein gesteigertes Interesse der Johannes Apotheke an einem Behindertenparkplatz besteht.

Sodann wurde heftig das Thema „Quartier an der Stadtmauer“ diskutiert, nachdem nunmehr alsbald die europaweite Ausschreibung erfolgen soll.

Die städtische Bücherei ist bislang im alten Rathaus untergebracht. Die Unterbringung ist, so schön das Haus auch sein mag und so zentral es auch liegt, wohl doch „mehr recht als schlecht“, zumal die räumlichen Verhältnisse extrem beengt sind und das Haus in keinster Weise behindertengerecht ist, geschweige denn barrierefrei. Darüber hinaus steht ohnehin ein Ausbau des Rathauses an, sollte die Bücherei dort weiter verbleiben. Denn die Platznot ist groß.

Die Stadt hat deshalb im Rahmen des Projektes „Quartier an der Stadtmauer“, im Volksmund auch besser bekannt unter dem Stichwort „PEKA-Areal“, prüfen lassen, ob in diesem Bereich die Bibliothek untergebracht werden könne. In Frage kamen grundsätzlich das alte Gefängnis, das Haus Konsul-Uebele-Straße 10 („Villa Schwab“ – so genannt nach seinem Erbauer, dem Fabrikanten Schwab) oder ein Neubau längs zur Konsul-Uebele-Straße im Bereich der Neubebauung des PEKA-Areals.

“Villa Schwab”

Das alte Gefängnis schied sehr schnell als möglicher neuer Standort für die Stadtbücherei aus, da es sich um eine sehr kleine Grundfläche handelt, das alte Gefängnis vier Geschosse hat und der Umbau extrem teuer wäre. Darüber hinaus wäre dort nicht sehr viel mehr Platz vorhanden, als auch bereits jetzt im alten Rathaus.

Auch recht schnell waren sich die Stadträte darüber einig, dass ein Neubau für die Stadtbücherei mit einem Kostenvolumen von geschätzt 1,2 Mill. € deutlich zu teuer wäre und auch der dann dort zu schaffende Platz für die Bedürfnisse der Stadt Künzelsau wohl völlig überdimensioniert wäre.

Insoweit verständigten sich die Stadträte nach einer sehr heftigen und emotionsgeladenen Diskussion doch darauf, zunächst weiter das Gebäude „Villa Schwab“ untersuchen zu lassen, ob dieses nach dem jetzigen Bauzustand (der durchaus als ordentlich bezeichnet werden kann) für eine Bücherei in Frage kommt, insbesondere hinsichtlich der Statik, da zum Teil das Haus in Holzbauweise gefertigt ist und hier die Tragfähigkeit der Fußböden überprüft werden muss.

Als Zuhörerin habe ich mir verwundert die Augen gerieben, dass etliche Stadträte der Meinung waren, dass die Stadtbücherei weder umziehen, geschweige denn eine Vergrößerung erfahren müsse.
Die Stadt Künzelsau ist mit 15.000 Einwohnern eine mittelgroße Stadt und üblicherweise haben Städte in dieser Größenordnung Büchereien mit einem Bestand an Medien (Bücher und andere Medien) von 25.000 bis 30.000 Stück. Künzelsau besitzt derzeit etwa 10.000 Medien.

Des Weiteren ist Künzelsau Kreisstadt und Sitz der Kreisverwaltung, der Stadt Künzelsau kommt dadurch eine gewisse Bedeutung im Hohenlohekreis zu. Darüber hinaus ist Künzelsau ein bedeutender Schulstandort mit zahlreichen Schülern und Studenten. Künzelsau ist nicht nur Sitz von allgemeinbildenden Schulen wie Grund- und Hauptschule, Realschule, Gymnasium und „Semi“, sondern auch Sitz von Berufsschulen, einer Fachhochschule und somit Heimatstadt von auswärtigen Studenten, darüber hinaus aber auch von Behindertenschulen.

Den Bedarf einer benutzerfreundlichen und großzügigen Bücherei hielt ich deshalb bislang eigentlich für offensichtlich. Das Gebäude „Villa Schwab“ eignet sich sicherlich für eine Bücherei ohne weiteres, da bereits jetzt das Erdgeschoss behindertengerecht und auch fast barrierefrei ist und auch der Umbau / Ausbau ein durchaus überschaubares Kostenvolumen hätte. Darüber hinaus ist das Haus „Villa Schwab“ nicht nur repräsentativ und prägt das Stadtbild, sondern das Haus ist auch insgesamt sehr geschichtsträchtig, so dass auch aus diesem Grunde wünschenswert wäre, wenn dieses Haus endlich die städtische Bedeutung wieder erlangen würde, der es sowohl von seiner Entstehungsgeschichte wie auch seinem äußeren Erscheinungsbild zukommt.

Das Haus hat zudem zwei wunderschöne Gewölbekeller, einen größeren, der sich der Länge nach unter dem ganzen Haus hinzieht sowie einen kleineren. Diese würden sich für Veranstaltungen jeder Art sicherlich eignen, von Lesungen über Vorträge bis hin zur Workshops.

Die Entwicklung bleibt sicherlich spannend und wird von der Künzelsauer Rundschau weiterhin intensiv verfolgt werden.

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