Medien – aber sicher!

Kaum ein Bereich motiviert und fasziniert Kinder und Jugendliche so, wie die modernen Medien. Von Chatten, Schüler-VZ, KWICK und Spiele, wie World of Warcraft haben die Erwachsenen vielleicht schon gehört, wobei ihnen jedoch regelmäßig die Übersicht darüber fehlt, was Kinder und Jugendliche am PC und der Spielkonsole so wirklich treiben.

Neben den enormen Vorteilen in den Bereichen der Kommunikation und Wissen, bergen diese neuen Medien auch Gefahren, die vom Nachlassen der Schulleistungen bis hin zur Computersucht reichen können.

Alexander Kranich

Alexander Kranich bot am 18.1. in der Grund-und Werkrealschule Künzelsau Einblicke in die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche die Medien nutzen, welche Risiken entstehen und wie Eltern damit umgehen können. Herr Kranich ist medienpädagogischer Berater beim Medienzentrum Künzelsau und verstärkt in dieser Eigenschaft den fächerintegrativen Einsatz von Medien an Schulen durch die Unterstützung der Lehrkräfte vor Ort.

Der Referent verschaffte den Zuhörern zunächst eine Übersicht darüber, welche Medien von Kindern und Jugendlichen wie häufig genutzt werden, was schon für deutliches Erstaunen sorgte.

Der Verweis auf wissenschaftliche Untersuchungen, nach welchen die schulischen Leistungen mit zunehmendem Medienkonsum sinken war eigentlich nicht überraschend. Sehr interessant hierbei ist jedoch, dass schon intensive Gespräche mit Kindern und Jugenlichen über ihr Konsumverhalten tendenziell zu einer Einschränkung der übermäßigen Nutzung führt.

Der Computer wird hierbei in erster Line für Spiele, in zweiter Linie für den Internetchat und dann erst als Hilfmittel für die Hausaufgabenerledigung oder Wissensrecherche genutzt. Ausdrücklich wieß Herr Krankich auf die Gefahren hin, die beim vielfach verbreiteten Internetchat oder der Teilnahme an sozialen Netzwerken, wie KWICK, StudiVZ oder Facebook drohen. “Cybermobbing2 ist dabei ein vielverbreitetes Phänomen, anlässlich welchem Kinder und Jugendliche unschöne Dinge über Andere im Internet verbreiten. Neben der Tatsache, dass hier ein großer Schaden angerichtet werden kann, muss den kleinen Mobbern klar sein, dass Beleidigungen im Internet häufig nicht ungestraft bleiben.

Bei der traditionellen Teilnahme an Sozialen Netzwerken sollten die Kinder und Jugendlichen beachten, dass sie nicht zu viele Daten aus ihrer Privatsphäre preisgeben, denn das Internet vergisst nie - die Daten sind jederzeit und überall auf der Welt abrufbar und befinden sich mit einem Klick auf Servern, die nie von Polizei oder Staatsanwalt erreicht werden können- und sie bleiben dort! Deshalb sollten Privatbilder ein Tabu darstellen.

Für die Eltern gibt es folgende Tips:

-Seien Sie Ihren Kindern ein gutes Vorbild in Bezug auf Mediennutzung und Freizeitgestal-tung (Sport, Musik, Hobbys).

-Schauen Sie Nachrichten immer ohne Ihr Kind. Die Inhalte sind häufig gewalthaltig und nicht geeignet für Kinder.

 -Stellen Sie keine Bildschirmmedien im Kinderzimmer auf!

-Bereits vorhandene Geräte sollten in Gemeinschaftsräume umziehen oder entfernt werden. Dies sollte jedoch vorher mit dem Kind besprochen werden!

-Im Vorschulalter sollte die Nutzung von Bildschirmgeräten eine Ausnahme bleiben.

-Begleiten Sie in dieser Altersgruppe die Mediennutzung und besprechen Sie mit Ihrem Kind den Inhalt und die Wirkung.

 -Vereinbaren Sie Regeln zur Nutzungszeit von Fernsehen, Videospielen und Internet.

-Als Daumenregel gilt für Kinder im Grundschulalter insgesamt maximal eine Stunde Bildschirmnutzung am Tag. Es sollten nicht jeden Tag Bildschirmmedien genutzt werden. Bei älteren Kindern kann auch ein Wochenlimit vereinbart werden, welches frei eingeteilt werden kann.

-Vereinbaren Sie Regeln zu den Inhalten aller genutzten Medien. Zeigen Sie Interesse an den Medienaktivitäten Ihres Kindes.

-Spielen oder schauen Sie selbst die Medieninhalte. Informieren Sie sich auch über Dauer und Inhalte der Mediennutzung Ihres Kindes bei Freun-den oder Verwandten.

-Medienkonsum sollte nicht als Belohnung eingesetzt werden. Medienentzug sollte nicht als Bestrafung benutzt werden, sonst wird die Bedeutung zu groß!

-Fördern Sie andere Freizeitaktivitäten, mit denen sich Ihr Kind beschäftigen kann. Sorgen Sie für altersangemessene Betreuung.

-Sprechen Sie mit Ihrem Kind über positive wie negative Erfahrungen mit Medien und planen Sie gemeinsam die Medienaktivitäten im Voraus.-Diese Kennzeichnungen überprüfen den Gewaltgehalt der Filme und Spiele, nicht aber Merkmale, die insbesondere bei Online-Rollenspielen zu Abhängigkeiten führen können. Das Spiel-World of Warcraft ist beispielsweise ab 12 freigegeben, verfügt jedoch über ein enor-mes Suchtpotential: 15-jährige Nutzer spielen pro Tag im Durchschnitt 3,9 Stunden. Prüfen Sie daher unbedingt, ob die Inhalte und Merkmale des Spiels für Ihr Kind geeignet sind. Vorsicht ist geboten bei Filmen und Spielen ohne Altersfreigabe sowie bei Medien, die im Ausland bezogen wurden oder kopiert sind. Illegal „gecrackte” Versionen entsprechen nicht immer den Originalen. http://www.spio.de/index.asp?SeitID=70 -Die Altersangaben von geprüften Spielen und Erweiterungen können durch Eingabe des Titels abgefragt werden. Wählen Sie unter > Aktuell >Prüfdatenbank aus:-http://www.usk.de Kostenlose Software, die nur zugelassene Seiten für bestimmte Altersgruppen zulässt, kann unter >Download auf der Seite http://jugendschutzprogramm.de/ heruntergeladen werden.

-Benutzen Sie Medien nicht als Babysitter.

-Nehmen Sie Alterskennzeichen von Filmen und Spielen als Untergrenze ernst!

--Beaufsichtigen Sie Internetversuche Ihres Kindes und richten Sie Filtersoftware ein.

Die Grund- und Werkrealschule weißt imÜbrigen auf eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Famile, Senioren, Frauen und Jugend sowie ARD, ZDF, Vodafone und TV-Spielfilm hin. Bei dieser Aktion, die unter der Domain www.schau-hin.info zu erreichen ist, können Kinder einen Medienpass erlangen, nachdem sie gelernt haben sicher und sachgerecht mit elekrtonischen Medien umzugehen.