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Zuhören und Beistand leisten

Weihnachtsspende des Landrats unterstützt ehrenamtlichen Einsatz der Notfallseelsorge im Hohenlohekreis

Seit vielen Jahren bedenkt der Landrat des Hohenlohekreises in der Weihnachtszeit eine soziale Einrichtung mit einer Spende. Dafür verzichtet er darauf, in größerem Umfang Weihnachtsgrüße zu versenden.In diesem Jahr fiel die Entscheidung auf die Notfallseelsorge im Hohenlohekreis. Mit der Spende in Höhe von 500,-€ unterstützt der Landkreis die ehrenamtliche Betreuung in Notfallsituationen durch katholische und evangelische Geistliche.

„Wir möchten mit dieser Spendenübergabe auf Ihre Arbeit, die vielfach im Stillen stattfindet, aufmerksam machen,“ so Landrat Helmut M. Jahn bei der Spendenübergabe im Landratsamt Hohenlohekreis in Künzelsau.
„Unsere Arbeit ist grundsätzlich auf drei Felder verteilt“, informiert der Leiter der Notfallseelsorge, Pfarrer Dirk Grützmacher, der in diesem Jahr die Organisation und die Leitung dieses sozialen Dienstes vom ehemaligen Kupferzeller Pfarrer Albrecht Köstlin-Büürma übernommen hat.

Zum einen sind die Notfallseelsorger bei den direkt von einem Unglück Betroffenen im Einsatz. Zum anderen leisten sie Angehörigen bei  Unglücks- und Todesfällen Beistand. Aber sie unterstützen beispielsweise auch Polizeibeamte, die im Falle eines Unfalltods oder eines Selbstmords den Angehörigen die schreckliche Nachricht überbringen müssen.„Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist gerade in diesen Situationen sehr intensiv“, sagt Pfarrer Grützmacher und Reinhold Pils von der Projektgruppe Notfallseelsorge bei der Polizei pflichtet ihm bei: „Es ist gut, dass hier Notfallseelsorger dabei sind. Die Kollegen bei der Polizei haben von Anfang an diesen Einsatz sehr geschätzt.“ Diese Unterstützung sei vor allem auch deshalb so wertvoll, weil man mit seinen Eindrücken nicht allein gelassen werde, unterstreicht der stellvertretende Leiter der Notfallseelsorge, Diakon Hans-Peter Hilligard.

Von Anfang an dabei ist auch die ehrenamtliche Mitarbeiterin Gudrun Schaller. Sie betont, wie wichtig Trauerarbeit gerade in der Phase zwischen Tod und Beerdigung eines Menschen ist.

Gegründet wurde die Notfallseelsorge 1998. Die Initiative ging damals von Pfarrer Gerhard Kern aus.  „Heute ist diese Arbeit der Notfallseelsorger ganz selbstverständlich,“ sagt  Pfarrer Bernhard Metz aus Krautheim. Auch das zeige, wie wichtig dieser Dienst sei, der manchmal einen ganzen Tag andauere.
Angefordert wird die Notfallseelsorge im Bedarfsfall durch die Rettungsleitstelle des Deutschen Roten Kreuzes. In intensiver Zusammenarbeit und in Abstimmung mit den Rettungskräften,  kümmern sich die Notfallseelsorger um die betroffenen Menschen sowie um ihre Angehörigen, wenn Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst am Unfallort alle Hände voll zu tun haben.
Die Notfallseelsorge ist ökumenisch organisiert: Sie wird gemeinsam von den beiden evangelischen Kirchenbezirken Künzelsau und Öhringen sowie vom katholischen Dekanat Hohenlohe getragen. Die Geistlichen leisten jährlich etwa 30 – 40 Einsätze.

Dabei sind es vielfach nicht die ganz großen Rettungseinsätze mit mehreren Verletzten im Straßenverkehr, die den Beistand der Notfallseelsorger direkt am Unfallort erforderlich machen. Durch die zunehmende Vereinsamung vieler Menschen steigt der Bedarf bei häuslichen Notfällen.

Insgesamt 26 Notfallseelsorger stehen auch an Feiertagen und in Ferienzeiten im Hohenlohekreis zur Verfügung und versehen abwechselnd ihren Dienst. Alle Mitarbeiter sind geschult. Weitere Seelsorger helfen bei einzelnen Einsätzen.

Nach jeweils zwei Wochen wechselt der in Bereitschaft stehende Pfarrer. Zudem arbeiten Pfarrer Grützmacher und Diakon Hilligard im sogenannten Hintergrunddienst um eine jederzeitige Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Manches Mal komme es auch vor, dass gleichzeitig mehrere Seelsorger benötigt werden, teilt Pfarrer Grützmacher mit. Dann kümmert er sich darum, dass kurzfristig weitere Seelsorger zur Verfügung stehen.

Landrat Helmut M. Jahn würdigte die wertvolle Arbeit und den verlässlichen Dienst der Notfallgeistlichen. „Die Bevölkerung schätzt Ihren Einsatz  und Ihr Dasein in Notfallsituationen sehr. Die Bürger haben ein sehr gutes Gespür dafür, wer hilft.“

Er freue sich, dass er mit der Weihnachtsspende diese Arbeit unterstützen könne.

 

 

(aus der Seite des Hohenlohekreises: http://www.hohenlohekreis.de/2326_DEU_WWW.php?&publish[id]=193382&publish[start]=)