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Berner wird europäisch

Die Holding der Berner Unternehmensgruppe hat im November 2010 ihre Umwandlung in eine europäische Aktiengesellschaft vollzogen. Die Berner SE (Societas Europaea) war zu Beginn des Jahres bereits einen Zwischenschritt von einer GmbH in eine AG gegangen.

Die Gesellschaft wurde am 25.11.2010 unter der HRB 735610 beim Amtsgericht Stuttgart eingetragen.

Sinn und Zweck der Umfirmierung liegen auf der Hand. Die “Europäische Aktiengesellschaft” ist eine der modernsten und zweckmäßigsten Rechtsformen die es seit kurzem (2004) gibt.  Die ursprüngliche Holdingstruktur bleibt vorhanden, wobei konzernweit die gleiche Verwaltungsform genutzt werden kann. Die SE kann Zweigniederlassungen in den verschiedenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben. Bisherige Kosten, die aus der Verwaltung und Führung von Tochtergesellschaften entstehen, werden gespart. Die SE wird in ganz Europa rechtlich gleich behandelt, sodass auch die Rechtsberatungskosten im europäischen Ausland eingespart werden.

Bei der Umwandlung konnte die Firma Berner zwischen einem monistischem Führungssystem und einem dualitischen Führungssystem wählen. Bei einem monistischem System (nach amerikanischem Vorbild) wird die Gesellschaft lediglich von einem Veraltungsrat geführt, dessen Mitglieder alle 6 Jahre neu gewählt/bestimmt werden. Ein dualistische System besitzt als Kontrollorgan noch einen Aufsichtsrat. Für die letztere Variante hat sich die Firma Berner entschieden.

Dabei waren für die Umwandlung viele Monate der Vorbereitung erforderlich. Inbesondere musste die Zustimmung aller Arbeitnehmervertretungen eingeholt werden. Dies hätte, wie informierte Kreise berichten, auch scheitern können, wobei die Gesellschaft dann auf Kosten von ca. 100000 Euro sitzen geblieben wäre. Letzlich haben jedoch die Arbeitnehmervetreter mitgeholfen durch die Umwandlung ein Signal zu setzten und ihr Unternehmen international wettbewerbsfähiger zu machen.

Mit dieser Umwandlung übernimmt die Frima Berner in Künzelsau eine Vorreiterrolle. Es bleibt abzuwarten, ob nicht auch noch andere ortsansässige  ”Global Player” den Vorteil dieser Gesellschaftsform für sich entdecken.

Die Berner SE stell in einer Pressemitteilung jedoch ausdrücklich klar, dass die Firma ein reines Familienunternehmen bleibt und kein Börsengang geplant ist. Mit der Umwandlung sei auch die Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie Berner geregelt worden. Der Vorstand besteht nach wie vor aus dem Vostandsvorsitzenden Jörn Werner und den Vorständen Ulrich Lindner und Lothar Aulich.