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Der Kreisjugendring arbeitet in strammem Takt

“Schläge machen Angst und Angst macht dumm” erklärte die Gastreferentin Elke Hammel im Rahmen ihres Vortrags während der Mitgliederversammlung des Kreisjugendrings Hohenlohe e.V.. Frau Hammel berichtete über sozialpsycholgische Erkenntnisse, die sich aus Erfahrungen herleiten lassen, die im Zusammenhang mit der Verletzung von Kinderrechten gesammelt werden konnten.

 Die Referentin berichtete dabei auch von eigenen Erfahrungen, die sie als Ansprchpartnerin der Infokoop (Informations- und Kooperationsstelle gegen häusliche und sexuelle Gewalt Künzelsau) gesammelt hat. So berichtete Frau Hammel, dass es schon vorgekommen sei, dass ein Vater eines zweijährigen Sohnes, diesem die Hand vorsätzlich auf die heiße Herdplatte drückte, weil der Kleine seine Finger nicht vom Herd lassen konnte. Der Vater sah dies als legitime Erziehungsmaßnahme an. Tatsächlich ist ein solches Verhalten ein klarer Fall für die Infokoop, sowie möglicherweise auch für die Staatsanwaltschaft.

 Weiter teilte Frau Hammel mit, dass Gewalt gegen Kinder auch in manchen Hohenloher Familien durchaus an der Tagesordnung sein kann. Es ist von Bestrafungen und Quälereien aller Art die Rede, wobei die ausgeübte Gewalt teilweise auch lediglich aus dem Stellen zu hoher Ansprüche an das Kind oder aus der Verweigerung von Aufmerksamkeit, Akzeptanz und Liebe bestehen kann. Die Schäden die die Kinder erleiden sind dabei unermeßlich. Kinder, denen Gewalt angetan wurde, werden später oft selbst gewalttätig. Sie werden beziehungsunfähig und verlieren die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen.

Frau Hammel bei ihrem Vortrag im Haus der Jugend in Öhringen

Gewalt gegenüber Kindern resultiert hierbei oft aus einer Überforderung der Eltern. Diese Erkenntnisse berücksichtigt die Infokoop bei der Bearbeitung und Lösung von Problemfällen, die an Sie herangetragen werden.

Auch in den Zuständigkeitsbereich der Beratungsstelle fallen Fälle der sexuellen Gewalt( gegenüber Minderjährigen), sowie der häuslichen Gewalt(Gewalt zwischen Erwachsenen) . Hinsichtlich des Zuständigkeitsberiches “sexuelle Gewalt” rief Frau Hammel dazu auf, auch so genannte Übergriffe zu melden, die an sich noch keine sexuelle Gewalt darstellen, jedoch solche Handlungen vorbereiten können. Wenn zum Beispiel ein Lehrer, Trainer oder Jugendleiter gegenüber einem Minderjährigen Mädchen Anspielungen wegen ihrer Brüste macht, so sei in einem solchen  Verhalten ein nicht zu duldender Übergriff zu sehen.

Ausdrücklich wieß Frau Hammel darauf hin, dass Gewalt unter Ehegatten einen erheblichen Einfluß auf die Psyche und die Entwicklung der Kinder hat.

Sollten vorgenannte Sachverhalte beobachtet werden, so gibt es neben der Infookoop(07940 939951) weitere Beratungsstellen und Internetadressen, die eine Soforthilfe bieten.  Die “Nummer gegen Kummer”, das Kinder- und Jugendtelefon,  ist von Montag bis Freitag zwischen 15 und 19 Uhr zu erreichen: 0800 1110333.

Der Internetauftritt der Infokoop ist hier zu finden: www.infokoop.de

Hier eine Übersicht der Notruf- und Kontaktdaten :

Für ihre ausführlichen Ausführungen wurde Frau Hammel seitens des Vorstandes gedankt.

Beeindruckend neben dem Vortrag von Frau Hammel war der Bericht des Vorstandes über die vergangenen und geplanten Tätigkeiten des Vereins. So beteiligte sich der Kreisjugendring an der Durchführung von internationalen Jugendbegegnungen, organisierte ein Weltkinderfest und hat das nächste Fest schon konkret in der Planung. Als Termin ist Samstag, der 14.Mai 2011 vorgesehen. Auch der Veranstaltungsort, nämlich das Gelände der Grund- und Werkrealschule Künzelsau,  ist schon festgelegt.

Es fanden des Weiteren Treffen mit 14 Verbänden statt um die Kommunikation des Vorstandes mit den Mitgliedsverbänden zu verbessern und um deren Wünsche und Anregungen besser berücksichtigen zu können.

Auch wurde seitens des Vorstandes ein neues, attraktives Vereinslogo vorgestellt, bei welchem das bisherige Logo in etwa übernommen, jedoch in den geografischen Umriß des Hohenlohekreises eingebettet wurde.

Neues Logo des Kreisjugendrings Hohenlohe e.V.

Ein weiteres Thema des Vereinsvorstandes war die unbefriedigende Darstellung der Arbeit des Kreisjugendrings in der Presse. Hierzu hatte der Vorstand ein Gespräch mit Herrn Reichert von der Hohenloher Zeitung geführt, der die Mitglieder sodann zu einem kostenlosen Seminar einlud um sie in die Lage zu versetzen, eine Presseerklärung so zu formulieren, dass sie auch veröffentlicht und gelesen wird.

Es wurde nochmals hervorgehoben, dass eines der großen Themen des Kreisjugendrings neben der Projektgeldverteilung, der Hilfestellung für Mitgliedsorganisationen und der Beteiligung an der Jugenleiterausbildung auch die Intergration von Migranten ist. In diesem Sinne soll auch das nächste Weltkinderfest wieder unter Beteiligung von Jugendlichen aus möglichst vielen Herkunftsländern stattfinden.

Letztlich sollte anlässlich der Versammlung auch gewählt werden. Zwei Beisitzerposten im Vorstand sowie das Amt der Kassiers waren nicht besetzt. Gefunden hat sich jedoch lediglich ein weiterer Beisitzer. Holger Hartmann, der hauptamtlich in der Jugendarbeit tätig ist wurde einstimmig gewählt. Weitere Kandidaten meldeten sich nicht. Der Zeitaufwand, den ein solches Amt erfordert, war laut der vorgeschlagenen Kandidaten ein Hauptgrund, sich nicht zur Verfügung zu stellen.

Bei Vorstandssitzungen im Monatstakt liegt die Schwierigkeit der Kandidatenfindung auf der Hand. Der KJR kann sich daher einerseits glücklich schätzen, dass sein Vorstand ausnahmslos aus Hauptamtlichen der Jugendarbeit besteht. Anders wäre die Vielfalt der Aufgaben wohl nicht in der Weise zu erledigen, wie dies gerade geschieht. Andererseits bleibt natürlich die Beteiligung Ehrenamtlicher an der Vereinsführung auf der Strecke, wobei diese eigentlich die Leistungsträger der Mitgliedsorganisationen sind. Da es jedoch ein weiteres Ziel des Vereines ist, dass Ehrenamt zu fördern, läge es am derzeitigen Vorstand, die Vorstandsarbeit auch wieder für Ehrenamtliche der Jugendarbeit attraktiv zu machen.