Home » Handel und Gewerbe, Veranstaltungen » Kreisstadt – Marktstadt!

Kreisstadt – Marktstadt!

In der Kreisstadt des Hohenlohekreises ist was los. Ein Markt folgt dem anderen und in der Innenstadt herrscht ein buntes Treiben. Kürzlich hatte ich über den Neuwagenmarkt berichtet. Es folgten der Simon Judäamarkt und der Herbstmarkt.

An Simon und Judäa, einem christlichen Gedenktag, dem 28.Oktober wird vielerorts im Ländle Markt gehalten. Man gedenkt hierbei dem heiligen Simon Zelothes (nicht zu verwechseln mit Simon Petrus), einem Jünger Jesu, der offenbar der radikalen Zelothenpartei angehörte, welche die römischen Besetzer gewaltsam vertreiben wollte. Simon war eng mit Jesus verwandt und wurde deshalb als einer der “Brüder des Herrn” bezeichnet. Er ist der Patron der Färber, Gerber, Holzfäller und Lederarbeiter. Über Simon wird meist in engem Zusammenhang mit Judas Thaddäus berichtet, der ein enger Weggefährte gewesen sein soll. Nach neusten Erkenntnissen ist der historische Judas wohl mit dem heiligen Simon identisch.  Beide Heilige sind in Bildnissen häufig nach ihrer Todesart dargestellt. Simon soll bei lebendigem Leib zersägt worden sein.

Dies sei dem Marktbericht vorausgeschickt,damit man einmal über die/den Namensgeber des Marktes bescheid weiß. Der Gedenktag wird übrigens sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen und anglikanischen Kirche gefeiert.

Hauptstraße an Simon und Judäa

 Jedenfalls stand der Markt hinsichtlich der Besucherzahlen dem Neuwagenmarkt kaum nach, wobei jedoch an Simon und Judäa immer zu bemerken ist, dass der Großteil der Besucher aus den umliegenden ländlichen Gemeinden stammt. Dort hat der Markttag noch eine große Tradition. Angestellte reichen für diesen Tag selbstverständlich Urlaub ein und lassen sich auf keinen Fall den Genuß einer “Marktwurscht” nehmen.

Wo ist denn auch sonst das Angebot von Kräutern oder an klassischen Kittelschürzen so reichhaltig?

klassische Kittelschürzen an Simon und Judäa

Regelmäßig ist auf dem Markt sogar ein Stand vertreten, der qualtitativ hochwertiges Zubehör für Produkte der  Firma Vorwerk vertreibt (Staubsaugerzubehör). Weil diese Firma ihre Produkte üblicherweise im Direktvertrieb an den Mann/die Frau bringt, bot sich am Markttag die Gelegenheit einkaufen zu können, ohne extra einen Vorwerk- Außendienstmitarbeiter einbestellen zu müssen.

Stand mit Staubsaugerzubehör und Reinigungsmitteln

Der Künzelsauer Einzelhandel kann jedenfalls an Simon und Judäa deutliche Umsatzsteigerungen im Vergleich zu einem normalen Wochentag verzeichen, weil die angereiste ländliche Bevölkerung den Marktbesuch gerne mit einem Gang zum Herren/Damenausstatter, Buchhändler oder sonstigen Einzelhändlern und Dienstleistern verbindet.

Es wird seitens der Einzelhändler sogar berichtet, dass manch ein Kunde aus der Hohenloher Ebene gerne ins Tal nach Künzelsau reist, weil dort ein angenehmeres Einkaufen als etwa in der großen Kreisstadt möglich sei.

Positiv für das gute Einkaufgefühl wirkt sich hierbei sicherlich die entspannte Parkplatzsituation an den stadtnahen Wertwiesen aus. Solche Parkplatzkapazitäten in unmittelbarer Innenstadtlage kann die große Kreisstadt in dieser Form nicht bieten.

Auf den Simon- und Judäamarkt folgte zeitnah am Sonntag den 7.November der seitens der Werbegemeinschaft organisierte Herbstmakt- diesmal mit Bauernmarkt. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, wobei laut Einzelhandel dennoch eine stattliche Besucherzahl zu verzeichen war.

Oberer Hauptstraße am Herbstmarkt

Obere Hauptstraße am Herbstmarkt

 An einem solchen Markttag , der gleichzeitig verkaufsoffener Sonntag ist, fangen insbesondere die Einzelhändler ” den frühen Wurm”, die gleichzeitig mit eigenen Aktionen bei ihrer Stammkundschaft warben. Die Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Frau Bärbel Häussermann, erzählt, dass ihr Ladengeschäft aufgrund einer eigenen Aktion überaus gut besucht gewesen sei. Etwas traurig sei man jedoch über die wetterbedingte Absage von 9 angemeldeten Landwirtsständen gewesen, die den so genannten “Bauernmarkt” bilden sollten. Offenbar lockt es an einem solchen Tag nur noch hartgesottene Bauern aus ihren Häusern.

Ein Stand hartgesottener Landwirte

Trotz eines verkleinerten Bauernmarktes war allerhand geboten. In der Nähe des alten Rathauses zeigte ein Clown einer begeisterten Kindermenge verschiedene Tricks.

Clown am alten Rathaus

Sowohl an der oberen Hauptstraße als auch am unteren Markt spielte jeweils ein Live-Gitarrenduo.

Gitarrenduo an der Hauptstraße

Beide Livebands sorgten für eine angenehme Atmosphäre und sangen engagiert gegen das triste Wetter an. Dabei wurde an der Hauptstraße für meinen Geschmack etwas zu sehr in das Mikrofon “gerufen”, wobei die Darbietung insgesamt nicht schlecht war. Einen etwas professionelleren Eindruck jedoch machte das Duo “AcoustasoniXs” mit Frank Engel und Jürgen “Maui” Maurer am unteren Markt. Die Routiniers boten Covermusik vom Feinsten. Von des Beatles überPink Floyd zu Jack Johnson und Tom Petty hatten sie Alles im Koffer, was einen “Ü 30er” erfreuen kann.

AcoustasoniXs

Der Einzelhandel und verschiedene Besucher, die ich gesprochen habe ,ziehen insgesamt hinsichtlich des Herbsmarktes wieder einmal eine sehr positive Bilanz.

Trotz Regen gut besuchtes Textilgeschäft "Sportivo"